Festnetz bei Stromausfall: was noch funktioniert und wie Sie vorsorgen

Festnetz bei Stromausfall bedeutet heute in den meisten Haushalten, dass das Telefon stumm bleibt. Router, Glasfasermodem und die Funkbox der Telekom hängen an der Steckdose, und ohne sie kommt kein Gespräch zustande, auch kein Notruf an 110 oder 112. Früher war das anders, da versorgte die Telefonleitung ein einfaches Schnurtelefon selbst mit Strom. Dieser Beitrag erklärt, warum sich das geändert hat, was bei einem Stromausfall noch funktioniert und wie Sie mit wenig Aufwand vorsorgen.
Warum das Festnetz früher auch ohne Strom lief
Ein klassischer analoger Anschluss bekam seinen Strom aus der Vermittlungsstelle über die Kupferleitung. Ein einfaches Schnurtelefon ohne Netzteil brauchte deshalb keine Steckdose. Fiel im Haus der Strom aus, ließ sich oft trotzdem telefonieren, solange die Vermittlungsstelle selbst noch versorgt war.
Mit der Umstellung auf IP-Telefonie hat sich das geändert. Die Sprache läuft heute als Daten über den Internetanschluss, und das Gerät, das daraus wieder ein Telefonsignal macht, steht in der Wohnung: der Router. Auch reine Telefonanschlüsse werden umgestellt, beim Festnetz ohne Internet der Telekom zum Beispiel auf eine Telefon-Box, die über Mobilfunk arbeitet.
Was bei einem Stromausfall noch funktioniert
- Telefon am Router (DSL, Kabel, Glasfaser): funktioniert nicht. Der Router braucht Strom, bei Glasfaser zusätzlich das Glasfasermodem.
- Telefon an der Funkbox der Telekom: funktioniert nicht. Die Box hängt an der Steckdose, einen eingebauten Akku nennt die Telekom nicht.
- Schnurloses Telefon: funktioniert nicht, selbst wenn der Akku im Mobilteil voll ist. Die Basis braucht Strom.
- Einfaches Schnurtelefon am Router: funktioniert ebenfalls nicht, weil der Router ausfällt.
- Handy: funktioniert, solange der Akku reicht und das Mobilfunknetz in der Umgebung noch arbeitet.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beschreibt auf seiner Seite zur Vorsorge bei Stromausfall, dass bei einem Stromausfall auch Internet und Mobilfunk gestört sein können. Bei einem kurzen Ausfall im eigenen Haus ist das Handy meist die zuverlässigste Verbindung. Bei einem großflächigen Ausfall kann es sein, dass auch das Mobilfunknetz nach einiger Zeit nicht mehr erreichbar ist.
Notruf ohne Strom: was Sie wissen sollten
Über einen Festnetzanschluss mit Router oder Funkbox lässt sich bei Stromausfall kein Notruf absetzen. Für 110 und 112 bleibt das Handy. Funktionieren auch die Notrufnummern nicht mehr, rät das BBK in seinen Hinweisen, wie man in der Krise informiert bleibt, im Notfall nach Möglichkeit direkt zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus zu gehen. Hilfreich ist, vorher zu wissen, wo im eigenen Ort Anlaufstellen oder Notfalltreffpunkte eingerichtet werden.
Besonders wichtig ist das für Menschen, die allein leben oder einen Hausnotruf nutzen. Ein Hausnotrufgerät am Festnetz fällt bei Stromausfall nur dann nicht aus, wenn es einen Akku hat und über Mobilfunk senden kann. Fragen Sie beim Anbieter nach, wie sich das Gerät verhält, und denken Sie beim Telefon für Senioren auch an ein griffbereites Handy.
So sorgen Sie vor
- Handy geladen halten: Ein Mobiltelefon mit vollem Akku ist die wichtigste Reserve. Eine geladene Powerbank verlängert die Zeit deutlich.
- Nummern auf Papier: Eine handgeschriebene Liste mit Arzt, Angehörigen, Nachbarn und Hausnotruf neben das Telefon legen. Im Ernstfall sind die Kontakte im Telefon nicht immer greifbar.
- Router mit USV absichern: Eine kleine unterbrechungsfreie Stromversorgung hält Router und gegebenenfalls Glasfasermodem bei kurzen Ausfällen in Betrieb.
- Telefon mit wenig Strombedarf wählen: Ein einfaches Schnurtelefon braucht kein eigenes Netzteil. Hängt der Router an einer USV, funktioniert es so lange wie der Router.
- Batterieradio bereithalten: Ein Radio mit Batterien oder Kurbel liefert Informationen, wenn Internet und Telefon ausgefallen sind.
USV für den Router: worauf es ankommt
Eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) springt bei einem Stromausfall ohne Unterbrechung ein und versorgt angeschlossene Geräte aus ihrem Akku. Für das Festnetz genügt meist ein kleines Gerät, denn ein Router braucht nur wenig Leistung.
- Bauart: Es gibt Mini-USVs mit Gleichstromausgang, die direkt zwischen Netzteil und Router kommen, und klassische USVs mit Steckdosen, an die das Netzteil gesteckt wird.
- Spannung: Bei Mini-USVs muss die Ausgangsspannung zur Angabe auf dem Router-Netzteil passen, häufig sind 12 Volt.
- Alle Geräte einplanen: Bei Glasfaser braucht neben dem Router auch das Glasfasermodem Strom, bei einem schnurlosen Telefon zusätzlich die Basis.
- Laufzeit: Hersteller geben an, wie lange ein typischer Router versorgt wird. Für Telefonate in einem kurzen Ausfall reicht schon eine Stunde.
Wichtig ist eine Grenze. Eine USV hält nur die Geräte in Ihrer Wohnung am Laufen. Ist bei einem größeren Ausfall auch die Technik des Anbieters in der Straße ohne Strom, hilft sie nicht. Für Ausfälle im eigenen Haus oder kurze Störungen im Ort ist sie dennoch eine sinnvolle Absicherung.
Für Router und Telefon kommen zwei Bauarten in Frage, eine Mini-USV mit Gleichstromausgang und eine klassische USV mit mehreren Steckplätzen:
Welches Telefon bei Stromausfall im Vorteil ist
Hängt der Router an einer USV, ist ein schnurgebundenes Telefon die robusteste Wahl, weil es keine eigene Stromversorgung braucht. Ein schnurloses Telefon mit eigener Basis müsste zusätzlich an die USV. Wer ein Mobilteil direkt an der DECT-Basis einer FRITZ!Box angemeldet hat, ist wiederum gut versorgt, solange der Router läuft und der Akku des Mobilteils hält.
Beim Umstieg auf das Festnetz über Glasfaser lohnt es sich, diese Frage gleich mitzudenken, denn mit dem Glasfasermodem kommt ein weiteres Gerät dazu, das Strom braucht.
Häufige Fragen zum Festnetz bei Stromausfall
Funktioniert das Festnetz bei Stromausfall?
In den meisten Haushalten nicht mehr, weil Router oder Funkbox Strom aus der Steckdose brauchen. Nur ein alter analoger Anschluss ohne Router konnte ein einfaches Schnurtelefon selbst versorgen.
Kann ich bei Stromausfall den Notruf über das Festnetz wählen?
Über Router oder Funkbox nicht. Nutzen Sie ein geladenes Handy. Funktioniert auch das nicht, gehen Sie nach Möglichkeit zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus.
Hilft eine USV für den Router?
Ja, bei Ausfällen im eigenen Haus oder kurzen Störungen. Fällt auch die Technik des Anbieters aus, nützt sie nichts.
Funktioniert ein schnurloses Telefon bei Stromausfall?
Nein. Die Basis braucht Strom. Ist das Mobilteil am Router angemeldet und der Router an einer USV, kann es weiter funktionieren.
Was ist mit dem Hausnotruf bei Stromausfall?
Das hängt vom Gerät ab. Geräte mit Akku und Mobilfunkverbindung können weiterarbeiten. Fragen Sie beim Anbieter nach, bevor ein Anschluss umgestellt wird.
