Schnurloses Telefon: Kaufberatung für das Festnetz zu Hause
Zuletzt aktualisiert am 13. Oktober 2026

Ein schnurloses Telefon besteht aus einer Basisstation am Telefonanschluss und einem oder mehreren Mobilteilen, die per Funk nach dem Standard DECT mit ihr verbunden sind. Für die meisten Haushalte ist ein Set mit eigener Basis die einfachste Wahl. Wer eine FRITZ!Box oder einen anderen Router mit DECT-Funktion hat, kommt auch mit einem Mobilteil ohne Basis aus. Vor dem Kauf sollten Sie vier Dinge klären, nämlich wo das Telefon angeschlossen wird, wie viele Mobilteile Sie brauchen, ob ein Anrufbeantworter dabei sein soll und wer das Gerät bedient. Diese Seite führt Schritt für Schritt durch die Auswahl.
Inhaltsverzeichnis
- So funktioniert ein schnurloses Telefon
- Welche Arten von schnurlosen Telefonen es gibt
- Kaufberatung: so finden Sie das passende schnurlose Telefon
- Schnurlos oder schnurgebunden?
- Mit Anrufbeantworter oder für den Router
- Die wichtigsten Hersteller
- Unabhängige Prüfungen und Ihre Entscheidung
- Häufige Fragen zum schnurlosen Telefon
So funktioniert ein schnurloses Telefon
Die Basisstation ist das Herzstück. Sie hängt mit einem Kabel am Telefonanschluss, heute meist an der analogen Buchse des Routers, und mit einem Netzteil an der Steckdose. Das Mobilteil spricht per Funk mit der Basis und lädt seinen Akku in der Ladeschale. Der Funkstandard heißt DECT, Gespräche werden digital und verschlüsselt übertragen. Deshalb werden schnurlose Telefone auch DECT-Telefone oder umgangssprachlich Funktelefon genannt.
Damit Geräte verschiedener Hersteller zusammenpassen, gibt es das Profil GAP. Ein GAP-fähiges Mobilteil lässt sich an einer GAP-fähigen Basis oder an einem Router anmelden und beherrscht dort die Grundfunktionen. Für erweiterte Funktionen wie Telefonbuch-Abgleich mit dem Router oder HD-Telefonie gibt es den Nachfolger CAT-iq. Ob ein Gerät diese Profile beherrscht, steht im Datenblatt jedes DECT-Telefons.
Welche Arten von schnurlosen Telefonen es gibt
- Set mit eigener Basis: läuft an jedem analogen Anschluss, an jeder analogen Router-Buchse und an der Funkbox der Telekom. Die Standardwahl für die meisten Haushalte.
- Mobilteil für den Router: ohne eigene Basis, wird direkt an einer FRITZ!Box, einem Speedport oder einer anderen DECT-Basis angemeldet. Bei Gigaset tragen solche Geräte die Endung „HX“, bei AVM heißen sie FRITZ!Fon.
- Mit Anrufbeantworter: Beim Telefon mit Anrufbeantworter sitzt dieser in der Basis, erkennbar meist an einem „A“ im Modellnamen.
- Duo, Trio, Quattro: Sets mit zwei, drei oder vier Mobilteilen an einer Basis, am häufigsten als schnurloses Telefon Duo.
- Seniorentelefon: Ein Seniorentelefon hat große Tasten, einen lauten Hörer und oft Notruftaste und Hörgerätekompatibilität.
- Design- und Retro-Modelle: technisch normale DECT-Telefone mit besonderer Gestaltung.
- Business-Modelle: ein Festnetztelefon mit Bluetooth für Headset und Handy, mit großem Farbdisplay und Freisprechen für lange Gespräche.
Für den Alltag im Haushalt reichen diese drei schnurlosen Telefone mit eigener Basis, vom einfachen Mobilteil bis zum Modell mit großem Display:
Kaufberatung: so finden Sie das passende schnurlose Telefon
1. Anschluss: Router, Funkbox oder Telefondose?
Am häufigsten hängt das Telefon heute an einem Router. Hat der Router eine analoge Buchse, passt jedes Set mit eigener Basis. Hat er zusätzlich eine eingebaute DECT-Basis, wie die meisten FRITZ!Box-Modelle, genügt ein Mobilteil ohne Basis. Ein solches DECT-Telefon an der Fritzbox braucht nur eine Steckdose für die Ladeschale. Bei reinen Telefonanschlüssen, die die Telekom auf die Funkbox umstellt, wird die Basis an die mittlere TAE-Buchse der Box gesteckt. Dort ist Tonwahl Pflicht, was aktuelle Geräte beherrschen. Alte ISDN-Basisstationen laufen nur an Routern mit ISDN-Anschluss.
2. Anzahl der Mobilteile
Planen Sie ein Mobilteil pro Etage oder pro häufig genutztem Raum. Viele Basisstationen nehmen bis zu vier Mobilteile auf, die FRITZ!Box bis zu sechs. Ein Set mit zwei Mobilteilen ist meist günstiger als zwei Einzelgeräte.
3. Anrufbeantworter
Prüfen Sie, ob bereits ein Anrufbeantworter vorhanden ist: im Router, im Netz Ihres Anbieters oder gar nicht. Die FRITZ!Box bringt je nach Modell bis zu fünf eigene Anrufbeantworter mit. An der Funkbox oder an Routern ohne diese Funktion ist ein Telefon mit Anrufbeantworter die bequemste Lösung.
4. Display und Bedienung
Ein großes, beleuchtetes Display mit gut lesbarer Schrift ist wichtiger als Farbe oder Auflösung. Die Tasten sollten groß genug und deutlich beschriftet sein. Wer das Telefon für ältere Angehörige kauft, achtet auf eine einfache Menüführung und eine Taste für mehr Hörerlautstärke.
5. Sprachqualität und Freisprechen
Viele Modelle unterstützen HD-Telefonie mit größerem Frequenzumfang. Sie wirkt aber nur, wenn Anschluss, Router und Gesprächspartner sie ebenfalls unterstützen. Für längere Gespräche ohne Hörer ist ein gutes Freisprechen wichtiger als jedes Datenblattdetail.
6. Reichweite
Die Hersteller nennen typischerweise bis zu 50 Meter in Gebäuden und bis zu 300 Meter im Freien. Dicke Wände, Stahlbeton und Fußbodenheizung verkürzen das deutlich. Stellen Sie die Basis zentral auf. Wenn Keller oder Garten nicht erreicht werden, hilft ein DECT-Repeater desselben Herstellers.
7. Akku und Laufzeit
Die meisten Mobilteile nutzen wiederaufladbare NiMH-Akkus in Standardgröße, oft AAA. Lässt die Laufzeit nach einigen Jahren nach, lassen sich solche Akkus günstig tauschen. Mobilteile mit fest eingebautem Akku sind selten.
8. Anrufsperre
Eine Sperrliste, mit der Sie unerwünschte Anrufe blockieren, ist bei vielen Modellen Standard. Manche Geräte sperren auch anonyme Anrufe oder lassen nur Nummern aus dem Telefonbuch klingeln. Das schützt besonders ältere Menschen vor Werbe- und Betrugsanrufen.
9. Strahlung im Ruhezustand
Ein Eco-Modus senkt die Sendeleistung, ein strahlungsfreier Ruhemodus schaltet den Funk der Basis im Standby ganz ab. Dieser Modus funktioniert nur, wenn alle angemeldeten Mobilteile ihn unterstützen, und ist das wichtigste Merkmal für ein strahlungsarmes Telefon.

Schnurlos oder schnurgebunden?
Ein schnurloses Telefon bietet Bewegungsfreiheit. Es kommt mit in den Garten, an den Herd oder ans Sofa, und mehrere Mobilteile verteilen sich auf das ganze Haus. Dafür braucht es Strom für Basis und Ladeschale, und das Mobilteil muss regelmäßig geladen werden. Ein schnurgebundenes Telefon steht immer am selben Platz, braucht in der einfachsten Form keinen eigenen Strom und hat oft den angenehmeren Hörer.
Beim Stromausfall sind die Unterschiede heute geringer als früher. Hängt das Telefon am Router oder an der Funkbox, fällt mit dem Strom ohnehin der ganze Anschluss aus, egal ob schnurlos oder mit Kabel. Ein geladenes Handy gehört deshalb in jeden Haushalt.
Mit Anrufbeantworter oder für den Router
Wer einen Anrufbeantworter im Telefon möchte oder schon eine FRITZ!Box mit DECT besitzt, findet hier die passenden Alternativen: ein Set mit Anrufbeantworter in der Basis, ein Mobilteil ohne Basis für den Router und das FRITZ!Fon, das die Funktionen der FRITZ!Box am weitesten nutzt.
Die wichtigsten Hersteller
Gigaset ist der Nachfolger der früheren Siemens-Telefone und laut Bundeskartellamt bei Festnetztelefonen für den Heimbedarf mit sehr hohen Marktanteilen vertreten. Seit 2024 gehört das Unternehmen zur VTech-Gruppe, das Gigaset-Festnetztelefon gibt es in vielen Reihen von einfach bis komfortabel. Das Panasonic-Festnetztelefon gibt es in vielen Sets mit Anrufbeantworter und umfangreicher Anrufsperre. FRITZ!, bis 2025 als AVM bekannt, baut mit dem FRITZ!Fon als AVM-Festnetztelefon Mobilteile speziell für die FRITZ!Box. Die Telekom vertreibt eigene Geräte unter den Namen Sinus und Speedphone. Daneben gibt es preiswerte Geräte von Marken wie Alcatel, Philips und Motorola.
Unabhängige Prüfungen und Ihre Entscheidung
Diese Seite testet keine Geräte selbst. Die Stiftung Warentest hat DECT-Telefone zuletzt im April 2021 untersucht, viele heutige Modelle fehlen deshalb in diesem Vergleich. Für Ihre Entscheidung sind die Kriterien oben aussagekräftiger. Entscheidend ist, ob das Gerät zum Anschluss passt, ob die Zahl der Mobilteile reicht und ob die Person, die telefoniert, gut mit der Bedienung zurechtkommt.
Häufige Fragen zum schnurlosen Telefon
Welches schnurlose Telefon passt an die FRITZ!Box?
Jedes Set mit eigener Basis an der analogen Buchse. Direkt per DECT lassen sich GAP-fähige Mobilteile anmelden. Den größten Funktionsumfang bieten FRITZ!Fon-Modelle und Mobilteile mit CAT-iq 2.0.
Kann ich ein schnurloses Telefon ohne Internet nutzen?
Ja. An einem reinen Telefonanschluss oder an der Funkbox der Telekom wird die Basis wie gewohnt angeschlossen. Ein Internetzugang ist dafür nicht nötig.
Wie viele Mobilteile kann ich anmelden?
Das hängt von der Basis ab. Vier Mobilteile sind bei vielen Sets möglich, an der FRITZ!Box bis zu sechs.
Funktioniert ein schnurloses Telefon bei Stromausfall?
Nein. Basis und Ladeschale brauchen Strom, und Router oder Funkbox fallen ebenfalls aus. Für Notfälle sollte ein geladenes Handy bereitliegen.
Wie lange hält der Akku eines Mobilteils?
Das hängt von Modell und Nutzung ab. Die Hersteller geben Sprech- und Standby-Zeiten im Datenblatt an. Nach einigen Jahren lassen sich Standard-Akkus einfach tauschen.
Kann ich Mobilteile verschiedener Marken kombinieren?
Ja, wenn beide Geräte GAP unterstützen. Dann laufen Telefonieren und interne Gespräche, Komfortfunktionen wie das gemeinsame Telefonbuch meist nur innerhalb einer Marke.