Festnetz ohne Internet: Was die Funkbox der Telekom ändert

Ein Festnetz ohne Internet ist für viele Haushalte genau das Richtige: ein Telefon, eine vertraute Nummer und kein Router, um den man sich kümmern muss. Bei der Telekom ändert sich für solche reinen Telefonanschlüsse gerade die Technik. Seit August 2026 bietet sie dafür eine kleine Telefon-Box an, die Gespräche über das Mobilfunknetz führt. Dieser Beitrag erklärt, wie die Box arbeitet, was sie kostet, welche Telefone daran weiter funktionieren und worauf ältere Menschen und ihre Angehörigen achten sollten.
Gibt es Festnetz ohne Internet noch?
Ja, einen Telefonanschluss ohne Internetzugang gibt es weiterhin. Was sich ändert, ist der Weg, über den das Gespräch läuft. Die alte Anschlusstechnik wird schrittweise abgelöst, und wie die Telekom in ihrer Mitteilung vom 12. August 2026 zur Telefon-Box schreibt, werden deshalb rund 1,3 Millionen reine Telefonanschlüsse auf neue Lösungen umgestellt. Dazu zählen je nach Standort Mobilfunk, Glasfaser bis ins Haus (FTTH) oder DSL.
Für alle, die ihren Anschluss vor allem zum Telefonieren nutzen, ist die Mobilfunk-Variante gedacht. Bevor umgestellt wird, prüft die Telekom nach eigenen Angaben, welche Lösung an der Adresse verfügbar ist und ob Besonderheiten vor Ort zu beachten sind.
So funktioniert die Funkbox „Call Connect via Funk“
Die Box heißt offiziell „Call Connect via Funk“. Sie kommt in eine normale Steckdose und baut die Verbindung über das Mobilfunknetz (4G beziehungsweise LTE) auf, die alte Telefonleitung wird dafür nicht mehr gebraucht. Eine SIM-Karte muss niemand einlegen. Das Telefon wird wie gewohnt in die mittlere TAE-Buchse gesteckt, diesmal eben an der Box statt an der Wanddose.
Danach läuft die Einrichtung von selbst. Die bisherige Rufnummer wird automatisch übernommen, laut Telekom ist das in der Regel nach etwa 15 Minuten erledigt. Anrufe kommen unter der gewohnten Nummer an, und auch abgehende Gespräche laufen weiter über sie. Die Installation kann die Kundin oder der Kunde selbst übernehmen oder eine vertraute Person.
Was sich im Alltag ändert
Am Telefon selbst ändert sich wenig. Freizeichen, Wählen und Klingeln funktionieren wie vorher. Neu ist, dass die Box Strom aus der Steckdose und einen ordentlichen Mobilfunkempfang braucht. Ein Platz in der Nähe eines Fensters ist deshalb meist besser als eine Abstellkammer im Keller. Wer unsicher ist, probiert nach der Einrichtung ein paar Anrufe in beide Richtungen aus.
Was kostet Festnetz ohne Internet bei der Telekom?
Die Telekom bietet zur Box zwei Tarife an, die beide keine Internetnutzung enthalten. Die Preise stammen aus der Mitteilung vom 12. August 2026:
- Telefon-Box: monatlich 3,95 Euro oder einmalig 99,99 Euro
- „Call Basic via Funk“: 22,95 Euro im Monat mit 120 Freiminuten
- „Call Comfort via Funk“: 32,45 Euro im Monat mit Flatrate ins deutsche Festnetz
Wer viel ins Festnetz telefoniert, fährt mit der Flatrate besser. Wer nur gelegentlich anruft und vor allem erreichbar sein möchte, kommt mit den Freiminuten oft aus. Vor dem Wechsel lohnt ein Blick auf die letzten Rechnungen, wie viele Minuten tatsächlich zusammenkommen.
Welche Telefone an der Funkbox weiter funktionieren
Das bisherige Festnetztelefon kann in den meisten Fällen bleiben. Die Telekom beschreibt die Box als Gerät für Festnetztelefone mit Tonwahlverfahren (MFV). Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel.
- Analoge Tastentelefone mit Tonwahl: funktionieren. Das gilt für die meisten analogen Telefone der letzten Jahrzehnte.
- Schnurlostelefone mit eigener Basisstation: Die Basis wird wie ein analoges Telefon an die Box gesteckt, die Mobilteile bleiben bei ihr angemeldet.
- Wählscheibe und Impulswahl: Hier wird es schwierig, weil die Box Tonwahl erwartet. Manche Tastentelefone lassen sich im Menü von Impuls- auf Tonwahl umstellen, ein Blick in die Anleitung klärt das.
- ISDN-Geräte: passen nicht an die analoge TAE-Buchse. Wer noch ein ISDN-Telefon besitzt, braucht Ersatz oder einen Router mit ISDN-Anschluss.
- Fax, Hausnotruf, Alarmanlage: Für solche Sonderdienste muss die Funktion mit dem jeweiligen Anbieter abgestimmt werden, darauf weist die Telekom ausdrücklich hin.
Wer ohnehin ein neues Gerät braucht, ist mit einem einfachen Modell gut bedient. Ein schnurgebundenes Telefon mit großem Tastenfeld steckt direkt an der Box, ein schnurloses Set mit eigener Basis bringt das Gespräch in jedes Zimmer. Beide Varianten arbeiten mit Tonwahl, solange sie entsprechend eingestellt sind.
Stromausfall und Notruf: der wichtigste Unterschied
Ein klassischer analoger Anschluss wurde über die Telefonleitung aus der Vermittlungsstelle mit Strom versorgt. Ein einfaches Schnurtelefon funktionierte deshalb oft auch dann, wenn im Haus der Strom ausgefallen war. Die Funkbox hängt dagegen an der Steckdose, einen eingebauten Akku erwähnt die Telekom nicht. Fällt der Strom aus, ist deshalb damit zu rechnen, dass über die Box kein Gespräch zustande kommt, auch kein Notruf an 110 oder 112.
Im Alltag sollte deshalb ein geladenes Handy in Reichweite liegen, gerade bei Menschen, die allein leben. Wer mehr Sicherheit möchte, kann die Box an eine kleine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) hängen, die bei einem Ausfall eine Weile überbrückt. Schnurlose Telefone brauchen dann ebenfalls Strom für ihre Basis, ein schnurgebundenes Gerät ist in dieser Lage im Vorteil.
Besonders sorgfältig sollten Familien vorgehen, in denen ein Hausnotruf am Telefonanschluss hängt. Vor der Umstellung gehört ein Anruf beim Notrufanbieter dazu, ob das Gerät an der Box zuverlässig arbeitet. Für ältere Menschen lohnt zudem ein Telefon für Senioren mit Notruftaste und lautem Hörer, das an der Box genauso arbeitet wie früher an der Wanddose.
Alternativen zum Festnetz ohne Internet
Die Funkbox ist nicht die einzige Möglichkeit. Wer künftig doch ins Internet möchte, etwa für Videoanrufe mit den Enkeln oder für Online-Banking, nimmt besser gleich einen Anschluss mit Router. Beim Festnetz über Glasfaser steckt das Telefon dann am Router, und mit dem Ausbau der Glasfasernetze rückt diese Lösung für viele Haushalte näher.
Wer fast nur noch mobil telefoniert, kann den Festnetzanschluss auch ganz aufgeben. Ob die gewohnte Festnetznummer dabei erhalten bleibt, hängt vom Anbieter und vom Tarif ab. Für viele ältere Menschen bleibt das Festnetztelefon trotzdem die bequemste Lösung, weil Hörer, Tasten und Klingelton vertraut sind.
Häufige Fragen zu Festnetz ohne Internet
Brauche ich für die Funkbox eine SIM-Karte?
Nein. Laut Telekom muss keine SIM-Karte eingesetzt werden. Die Box verbindet sich nach dem Einstecken selbst mit dem Mobilfunknetz.
Bleibt meine Festnetznummer erhalten?
Ja. Die bisherige Rufnummer wird bei der Einrichtung automatisch übernommen und funktioniert für ankommende und abgehende Gespräche.
Funktioniert mein altes Telefon an der Box?
In den meisten Fällen ja, sofern es Tonwahl beherrscht. Wählscheibentelefone und ISDN-Geräte sind die Ausnahme.
Wer richtet die Box ein?
Die Einrichtung ist für Laien gedacht. Box in die Steckdose, Telefon in die mittlere TAE-Buchse, danach übernimmt die Box die Rufnummer in der Regel innerhalb von etwa 15 Minuten. Angehörige oder Nachbarn können dabei helfen.
Kann ich bei Stromausfall telefonieren?
Damit ist kaum zu rechnen, weil die Box Strom aus der Steckdose braucht. Für Notfälle sollte ein geladenes Mobiltelefon bereitliegen.
