Ein DECT Repeater verlängert die Funkstrecke zwischen Basisstation und Mobilteil. Er empfängt das Signal der Basis oder der FRITZ!Box und sendet es weiter, sodass das Schnurlostelefon auch im Keller, im Obergeschoss oder im Garten Empfang hat. Damit das klappt, muss der Repeater an einer Stelle stehen, an der die Basis noch gut ankommt, und zur Basis passen. Dieser Beitrag erklärt, wann sich ein Repeater lohnt, wie Sie ihn anmelden und aufstellen und welche Grenzen es gibt.
Hersteller geben für DECT-Telefone eine Reichweite von bis zu 50 Metern in Gebäuden und bis zu 300 Metern im Freien an. Das sind Werte unter guten Bedingungen. Stahlbeton, Fußbodenheizung, Metallschränke und mehrere Decken verkürzen die Strecke oft deutlich. Typische Anzeichen für eine zu schwache Verbindung sind:
Das Gespräch knackt oder bricht ab, sobald Sie in einen bestimmten Raum gehen.
Das Mobilteil zeigt „Keine Basis“ oder einen leeren Empfangsbalken.
Im Garten oder in der Werkstatt klingelt das Telefon nicht mehr zuverlässig.
Bevor Sie Geld ausgeben, lohnt ein Versuch mit dem Standort der Basis. Steht sie im Flur am Rand der Wohnung, hinter dem Fernseher oder im Keller, kann ein zentraler, erhöhter Platz schon reichen. Bei einer FRITZ!Box als Basis ist das oft schwierig, weil sie am Anschluss hängt. Dann ist der Repeater die einfachere Lösung.
So funktioniert ein DECT Repeater
Der Repeater ist eine kleine Funkstation mit Netzteil. Er wird an der Basis angemeldet, ähnlich wie ein Mobilteil, und baut danach eine eigene Funkzelle auf. Das Mobilteil verbindet sich automatisch mit der Station, die gerade das bessere Signal liefert. Wechseln Sie während eines Gesprächs vom Bereich der Basis in den Bereich des Repeaters, läuft das Gespräch weiter.
Wichtig ist der Unterschied zum WLAN. DECT ist ein eigener Funkstandard für Telefone. Ein WLAN-Repeater hilft dem Schnurlostelefon deshalb nicht, auch wenn er an derselben FRITZ!Box hängt.
Was ein Repeater nicht ändert
Die Zahl der Mobilteile, die Sie an der Basis anmelden können, bleibt gleich. Auch die Zahl der Gespräche über den Repeater ist begrenzt. Laut Gigaset sind über den Repeater HX zwei Gespräche gleichzeitig möglich, beim FRITZ!DECT Repeater 100 nennt der Hersteller bis zu drei. Für einen Haushalt reicht das in aller Regel.
Welcher Repeater passt zu welcher Basis?
Am zuverlässigsten arbeitet ein Repeater desselben Herstellers wie die Basis. Zwei Fälle kommen besonders häufig vor.
Gigaset-Basis
Gigaset bietet aktuell den Repeater HX an. Er funktioniert mit Gigaset-Basisstationen und laut Hersteller auch mit DECT- und CAT-iq-Routern anderer Anbieter. Nach der Bedienungsanleitung lassen sich bei verschlüsselten Gesprächen zwei Repeater an einer Basis betreiben, bei abgeschalteter Verschlüsselung bis zu sechs. Mehrere Repeater sollen mindestens zehn Meter voneinander entfernt stehen. Ob Ihre Basis den Repeater unterstützt, zeigt die Kompatibilitätsliste auf der Gigaset-Seite.
FRITZ!Box als Basis
Wer sein DECT-Telefon an der Fritzbox betreibt, greift meist zum FRITZ!DECT Repeater 100 der FRITZ! GmbH. Bis zu sechs dieser Repeater lassen sich an einer FRITZ!Box anmelden. Laut Hersteller ist die Sprachübertragung ab Werk verschlüsselt, und der Repeater vergrößert zusätzlich die Reichweite für Smart-Home-Geräte mit DECT ULE, etwa Heizkörperregler. Zwei Einschränkungen nennt die Wissensdatenbank von FRITZ!: Repeater anderer Hersteller und FRITZ!-Repeater lassen sich nicht gemischt an derselben Box betreiben, und ein Repeater kann nicht an einem anderen Repeater hängen.
Andere Hersteller
Für Basisstationen von Panasonic, der Telekom oder anderen Marken gilt das gleiche Prinzip. Ein Repeater nach dem Standard GAP mit Repeater-Funktion arbeitet oft auch an fremden Basen, dann aber manchmal nur mit Grundfunktionen. Ein Blick in die Anleitung der Basis klärt, ob sie Repeater überhaupt zulässt.
Diese Repeater passen zu den häufigsten Basisstationen, der Gigaset-Repeater zu Gigaset-Telefonen, der FRITZ!-Repeater zur FRITZ!Box:
Die Anmeldung findet immer neben der Basis statt. Erst wenn sie geklappt hat, kommt der Repeater an seinen späteren Platz.
Gigaset Repeater HX an einer Gigaset-Basis
Prüfen Sie, ob an der Basis ECO DECT mit reduzierter Reichweite oder der strahlungsfreie Modus eingeschaltet ist. Laut Gigaset ist der Repeaterbetrieb damit nicht möglich.
Bei manchen Basen muss der Repeaterbetrieb im Systemmenü erst eingeschaltet werden. Den Menüpunkt nennt die Anleitung Ihrer Basis.
Die Basis in den Anmeldemodus versetzen, so wie beim Anmelden eines neuen Mobilteils.
Den Repeater in die Steckdose neben der Basis stecken. Er bleibt danach fünf Minuten lang anmeldebereit und meldet sich selbst an.
Leuchtet die linke LED dauerhaft, steht die Verbindung zur Basis.
FRITZ!DECT Repeater 100 an der FRITZ!Box
Den Repeater in eine Steckdose in der Nähe der FRITZ!Box stecken.
Die DECT-Taste am Repeater mindestens sechs Sekunden drücken, bis die DECT-LED schnell blinkt.
Innerhalb von zwei Minuten die Connect- oder DECT-Taste der FRITZ!Box etwa eine Sekunde drücken.
Leuchtet die DECT-LED des Repeaters dauerhaft, ist er angemeldet.
Die Mobilteile selbst bleiben an der Basis angemeldet. Am Repeater müssen Sie sie nicht noch einmal anmelden.
Der richtige Standort
Der häufigste Fehler ist ein Repeater, der direkt im Funkloch steht. Dort hat er selbst keinen Kontakt zur Basis und kann nichts weiterleiten. Der richtige Platz liegt ungefähr in der Mitte zwischen Basis und dem Bereich ohne Empfang, an einer Stelle, an der das Mobilteil noch einwandfrei telefoniert.
Mobilteil als Messgerät: Gehen Sie mit dem Mobilteil Richtung Funkloch. Wo die Verbindung gerade noch sauber ist, gehört der Repeater hin.
LED beachten: Blinkt beim Gigaset-Repeater die linke LED am neuen Platz, ist die Basis zu weit weg oder eine Wand dämpft zu stark.
Hindernisse meiden: Nicht hinter Heizkörpern, in Metallregalen oder direkt neben großen Elektrogeräten aufstellen.
Ein Stockwerk dazwischen: Für Keller oder Dachgeschoss ist oft das Treppenhaus der beste Platz, weil dort keine Betondecke im Weg ist.
Danach das Mobilteil einmal aus- und wieder einschalten, sobald Sie im neuen Bereich sind. So sucht es sich die passende Station.
Repeater, zweite Basis oder neues Telefon?
Nicht immer ist ein Repeater die beste Wahl. Für ein Gartenhaus mit eigener Leitung kann ein eigenes Telefon günstiger sein. Wer sein altes Gerät ohnehin ersetzen will, findet bei einem neuen schnurlosen Telefon zwar keine größere Reichweite als beim Vorgänger, weil DECT überall dieselben Grenzen hat, aber oft die bessere Unterstützung für Repeater. Ist die Basis eine FRITZ!Box, ersetzt der Repeater eine zweite Basisstation komplett.
Ein Punkt spricht für sparsamen Einsatz. Wer Wert auf ein strahlungsarmes Telefon legt und dafür ECO DECT nutzt, muss diesen Modus für den Repeaterbetrieb abschalten. Bei FRITZ! steht in der Wissensdatenbank, dass DECT Eco mit angemeldetem Repeater nicht mehr genutzt werden kann.
Häufige Fragen zum DECT Repeater
Funktioniert jeder DECT Repeater mit jeder Basis?
Nein. Am sichersten ist ein Repeater desselben Herstellers. Fremde Repeater arbeiten nur, wenn die Basis Repeater nach dem GAP-Standard zulässt, und dann teils mit weniger Funktionen.
Muss ich die Mobilteile am Repeater neu anmelden?
Nein. Die Mobilteile bleiben an der Basis angemeldet und wechseln automatisch zum Repeater, wenn dessen Signal besser ist.
Wie viele Repeater kann ich verwenden?
An einer FRITZ!Box bis zu sechs FRITZ!DECT Repeater. Bei Gigaset hängt es von der Verschlüsselung ab, zwei Repeater verschlüsselt, bis zu sechs ohne Verschlüsselung.
Hilft ein WLAN-Repeater auch für das Schnurlostelefon?
Nein. Schnurlostelefone funken per DECT, nicht über WLAN. Dafür braucht es einen DECT Repeater.
Warum hat das Mobilteil trotz Repeater keinen Empfang?
Meist steht der Repeater zu weit von der Basis entfernt. Rücken Sie ihn näher an die Basis und schalten Sie das Mobilteil einmal aus und wieder ein.
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