Unerwünschte Anrufe blockieren Sie am Festnetz auf drei Wegen: mit der Sperrliste im Telefon, mit der Rufsperre im Router und mit einer Beschwerde bei der Bundesnetzagentur, wenn ein Unternehmen ohne Ihre Einwilligung wirbt. Am wirksamsten ist die Kombination. Das Telefon oder der Router hält bekannte Nummern und anonyme Anrufer fern, die Beschwerde sorgt dafür, dass gegen hartnäckige Werbeanrufer ermittelt wird. Dieser Beitrag zeigt, was erlaubt ist, wie Sie Werbeanrufe sperren und wie Sie sich am Telefon verhalten.
Ein Unternehmen darf Verbraucher nur dann zu Werbezwecken anrufen, wenn diese vorher ausdrücklich eingewilligt haben. Die Einwilligung muss vor dem Anruf vorliegen, eine Zustimmung im Gespräch selbst reicht nicht. Werbeanrufer dürfen zudem ihre Rufnummer nicht unterdrücken oder verfälschen. Darauf weist die Bundesnetzagentur auf ihrer Seite zu unerlaubter Telefonwerbung hin. Für beide Verstöße kann die Behörde Bußgelder von bis zu 300.000 Euro verhängen.
Eine einmal gegebene Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen, formlos und ohne Begründung. Sagen Sie es im Gespräch deutlich und halten Sie den Widerruf am besten zusätzlich schriftlich fest, etwa per E-Mail an das Unternehmen.
Unerwünschte Anrufe am Telefon sperren
Viele schnurlose Festnetztelefone haben eine Sperrliste. Nummern, die darauf stehen, klingeln nicht mehr. Wie viel die Liste fasst, unterscheidet sich stark:
Gigaset: Bei der Reihe AS690 passen laut Bedienungsanleitung bis zu 32 Nummern in die Sperrliste. Gesperrte Anrufe werden nicht akustisch signalisiert, die Einstellung gilt für alle angemeldeten Mobilteile. Nummern lassen sich direkt aus der Anrufliste übernehmen.
Panasonic: Einige Modelle beim Panasonic-Festnetztelefon sperren nach Herstellerangabe bis zu 1.000 Nummern, dazu ganze Nummernkreise und anonyme Anrufe. Eine eigene Sperrtaste nimmt den letzten Anrufer mit einem Druck auf die Liste.
Modelle mit VIP-Modus: Manche Geräte lassen auf Wunsch nur Anrufe von Nummern aus dem Telefonbuch klingeln. Das ist für ältere Menschen ein wirksamer Schutz gegen Werbe- und Betrugsanrufe.
Die Sperrliste im Telefon wirkt nur auf dieses Gerät und die daran angemeldeten Mobilteile. Hängen weitere Telefone am Anschluss, klingeln sie trotzdem.
Wer ein neues Telefon mit Anrufsperre sucht, findet hier drei Modelle mit Sperrliste, darunter eines mit großen Tasten und einem Modus, der nur bekannte Anrufer durchlässt:
Die FRITZ!Box sperrt Nummern für alle angeschlossenen Telefone gleichzeitig. Laut dem Hersteller-Ratgeber gegen Werbeanrufe gibt es dafür mehrere Wege:
Einzelne Rufsperren: bis zu 32 Nummern, eingerichtet in der Benutzeroberfläche unter „Telefonie“ und „Rufbehandlung“.
Rufnummernbereiche: Statt einzelner Nummern lassen sich ganze Bereiche sperren, etwa alle Nummern mit einer bestimmten Vorwahl.
Sperrliste als Telefonbuch: Ein eigenes Telefonbuch mit unerwünschten Nummern, die die FRITZ!Box automatisch blockiert. Damit sind mehr als 32 Einträge möglich.
Anonyme Anrufe: Anrufe mit unterdrückter Nummer lassen sich ganz sperren oder automatisch auf einen Anrufbeantworter leiten.
Per App: In der FRITZ!App Fon lässt sich eine Nummer mit einem Fingertipp sperren.
Die Weiterleitung anonymer Anrufe auf den Anrufbeantworter ist ein guter Mittelweg, denn wer wirklich etwas will, hinterlässt eine Nachricht, und ein eingerichteter Anrufbeantworter der Fritzbox nimmt diese Anrufe automatisch an.
Weitere Möglichkeiten beim Anbieter
Manche Anbieter können anonyme Anrufe schon im Netz abweisen oder bieten eigene Sperrfunktionen im Kundencenter an. Ob und wie das bei Ihrem Anschluss geht, steht in den Hilfeseiten des Anbieters. Diese Sperre wirkt unabhängig vom Telefon und vom Router.
Richtig reagieren am Telefon
Nennen Sie keine persönlichen Daten, keine Kontonummer und keine Zählernummer.
Bestätigen Sie nichts, auch kein einfaches „Ja“ auf eine scheinbar harmlose Frage.
Rufen Sie unbekannte Nummern aus dem Ausland nach einem kurzen Anklingeln nicht zurück.
Fragen Sie nach Name und Firma und notieren Sie beides, dann legen Sie auf.
Widersprechen Sie der Werbung ausdrücklich und widerrufen Sie eine eventuell erteilte Einwilligung.
Beschwerde bei der Bundesnetzagentur
Gegen unerlaubte Werbeanrufe können Sie sich über das Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur wehren. Je genauer die Angaben, desto besser kann die Behörde ermitteln. Notieren Sie direkt nach dem Anruf:
Datum und Uhrzeit des Anrufs
die angezeigte Rufnummer oder den Hinweis, dass sie unterdrückt war
Name des Anrufers und das Unternehmen, für das geworben wurde
was angeboten wurde und wie das Gespräch ablief
ob Sie vorher Kontakt zu diesem Unternehmen hatten
Die Bundesnetzagentur wird tätig, wenn ein Gespräch zustande gekommen ist, für Produkte oder Dienstleistungen geworben wurde und keine vorherige Einwilligung vorlag.
Besonders schützen: ältere Angehörige
Ältere Menschen sind häufig Ziel von Werbe- und Betrugsanrufen. Sinnvoll ist ein Telefon, das nur Anrufe aus dem Telefonbuch durchlässt, kombiniert mit der Umleitung anonymer Anrufe auf den Anrufbeantworter. Ein Seniorentelefon mit großen Tasten und Anrufsperre verbindet beides. Sprechen Sie zudem offen über die typischen Maschen, etwa angebliche Gewinne oder vermeintliche Verwandte in Not.
Häufige Fragen: unerwünschte Anrufe blockieren
Wie kann ich unerwünschte Anrufe am Festnetz blockieren?
Über die Sperrliste im Telefon, die Rufsperre im Router oder eine Sperrfunktion des Anbieters. Am einfachsten ist die Rufsperre im Router, weil sie für alle Telefone gilt.
Wie viele Nummern kann ich in der FRITZ!Box sperren?
Bis zu 32 einzelne Rufsperren. Mit einem eigenen Sperr-Telefonbuch und Rufnummernbereichen geht deutlich mehr.
Kann ich anonyme Anrufe sperren?
Ja. Die FRITZ!Box und viele Telefone können Anrufe mit unterdrückter Nummer abweisen oder auf den Anrufbeantworter leiten.
Sind Werbeanrufe ohne Einwilligung erlaubt?
Nein. Werbeanrufe bei Verbrauchern brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro geahndet werden.
Wo beschwere ich mich über Werbeanrufe?
Bei der Bundesnetzagentur, am besten über deren Online-Beschwerdeformular mit möglichst genauen Angaben zum Anruf.
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